Erleichterte Geburt – 5 Gründe für einen Geburtsvorbereitungskurs – ich würd es immer wieder machen

Erleichterte Geburt - 5 Gründe für einen Geburtsvorbereitungskurs - ich würd es immer wieder machen

Wenn man mich fragt, ob es sinnvoll ist an einem solchen teilzunehmen, muss ich dieses mit einem absoluten JA beantworten.

Sobald ich sicher wusste, dass wir ein Kind bekommen würden, habe ich mich direkt nach Kursen in meiner Umgebung informiert.
Fündig bin ich in unserem damaligen Wohnortort und in dem Krankenhaus geworden, in dem ich/wir entbinden wollte.

1. Ängste besprechen und abbauen

Bei unserem ersten Kind, vor 26 Jahren war ich sehr unsicher und bin absolut nichtsahnend zu dem ersten Abend gegangen. Nur die Angst hat mich begleitet.

Mache ich alles richtig, geht es meinem Kind gut und was kann ich machen oder nicht.

Der Kurs an unserem Wohnort startete früher und ich war beruhigt, dass es allen anderen ebenso ging wie mir. Getroffen haben wir uns abends und die Stimmung war sehr angenehm. Geführt wird der Kurs von einer Hebamme. Die meisten Abende waren wir unter uns Frauen. Man bringt eine Decke und ein Kissen mit und es man erfährt viel über die Schwangerschaft und die anstehende Geburt.

2. Freundschaften fürs Leben

Ich habe die Abende sehr genossen. Zeit für mich und mein Ungeborenes und Kontakt zu anderen werdenden Müttern. Daraus haben sich sehr viele Freundschaften - manche nur für einige Zeit - entstanden. Auch hat man sich bei den weiteren Angeboten - wie PEKIP und Kleinkindergruppen - ergeben. Das ist dann auch nett, da man die Frauen schon kennt und den Nachwuchs sehen kann.

3. Gemeinsam mit dem Partner vorbereiten

An manchen Abenden waren auch die werdenden Väter herzlich willkommen und auch Ihnen wird die Angst genommen. Denn nicht nur ich sondern auch mein Mann wollten alles richtig machen.

Den Männern wurde gezeigt, wie sie uns unterstützen können. Z.B. durch Massieren und Streicheln. Ob man das in der Stresssituation GEBURT aber auch als angenehm empfindet ist etwas anderes und hängt von vielen persönlichen Faktoren ab.

Als es soweit war, war ich sehr froh auf die gelernten Sachen zurückgreifen zu können und mein Mann hat mich dabei unterstützt. Allerdings möchte ich nicht den Männerpart übernehmen. Hilflos anzugucken wie der Partner Schmerzen hat. Nein Danke.

Dann lieber den aktiven Teil, auf den ich mich vorbereiten kann.

4. Atmung, Atmung, Atmung

Damals hat die Hebamme viel Wert auf das richtige Atmen gelegt. Mir fiel dieses recht leicht, da ich oft über den Bauch ein- und ausatme.

Wir haben viel Zeit damit verbracht, in den Bauch zu atmen. Vielen Mitschwangeren ist das sehr schwer gefallen.

Bauchatmung:

Zum Üben und zur Kontrolle legt man am besten die Hände auf den Bauch (Bauchnabel).
Dann atmet man ein und die Hände und der Bauch heben sich. Der Brustkorb nicht.


Am Anfang kann das sehr anstrengend sein und bedarf auch der Konzentration.

Durch diese Atemtechnik wird der gesamte untere Bauchraum mit viel Sauerstoff versorgt und das ungeborene Kind profitiert maximal davon. Denn auch das Baby hat währen der Geburt viel Arbeit.

Es ist wichtig es solange zu üben, bis ein gewisse Automatismus entsteht, denn unter der Geburt befindet man sich schon in einer gewissen Stresssituation. (HAHA)


Wie gesagt, die damalige Hebamme nahm die Atemtechniken sehr ernst und wichtig und im Nachhinein bin ich sehr dankbar dafür!

Ich würde jedem empfehlen dies im Vorhinein ausgiebig zu üben!

5. Wirklich - Atmung ist wichtig

Mit der Bauchatmung kann man echt - ohne Übertreibung - viel besser durch eine Wehe kommen als mit der Brustatmung. Der Schmerz geht nicht weg, aber er ist erträglicher.

Ganz bestimmt. Ohne zu lügen.

Auch kam für mich nie eine PDA in Betracht. Das ist sicherlich eine tolle Methode und für viele das Richtige. Es ist  jeder anders und diese Entscheidung muss man alleine für sich selbst treffen, aber ich habe mir gedacht:

„Wenn die Frauen früher ihr Baby bei der Feldarbeit bekommen haben und dann vielleicht sogar weiter arbeiten mussten, dann kann ich das auch aushalten.“

Und wir haben ja noch tolle Unterstützung von den Hebammen und den Ärzten und deren Erfahrung. Also erst mal mit der Atmung versuchen.

Bei unserem ersten Kind hat sich meine Tochter überlegt den schweren Weg für sich und für mich zu wählen und kam als Sternengucker (Gesicht nach oben). Da war die Atmung noch wichtiger. Und es hat doch lange gedauert. Aber alles ist gut verlaufen.

Danke an alle Hebammen und Vorbereitungskurse.

Den richtigen Kurs finden

Auch im Krankenhaus habe ich einen Geburtsvorbereitungskurs besucht, bei dem andere Aspekte im Vordergrund standen. Besichtigung des Kreißsaales und ein Film über die Geburt.

Dieser hat mich allerdings nur in leichte Panik versetzt. Blut war noch nie mein Ding.
(Daher wundert es mich, dass unsere große Tochter Gynäkologin geworden ist und unsere kleine Tochter auch den Wunsch äußert Ärztin zu werden).

Es lohnt sich also, sich über die Kurse zu informieren und Empfehlungen einzuholen.

Geburtsvorbereitung auch beim zweiten Kind?

Als wir  nach 13 Jahren nochmals überraschend Nachwuchs bekommen haben, habe ich lange überlegt ob ich ein weiteres Mal den Vorbereitungskurs besuchen sollte.

Ich wußte doch was auf mich zukommt.

Aber ich habe es doch gemacht. Und ich bin überzeugt es war für mich die richtige Entscheidung.
Ich war überrascht! Mit 42 Jahren war ich damals zwar die Älteste, aber es waren viele Frauen über 30 in dem Kurs.
Es war eine gute Auffrischung und auch dort haben sich viele Freundschaften ergeben.
Mit mehreren Müttern habe ich die Pekip und Kleinkindergruppen durchlaufen. Und man sieht sich auch später in der Schule wieder. Das ist eine tolle Erfahrung.

Aber zurück zur Geburt unserer zweiten Tochter. Diese ließ sich trotz Kündigung des Mietvertrages viel Zeit mit dem Auszug.

Ich war zur Einleitung im Krankenhaus, aber viel passierte nicht den Tag über. Die Flure und Treppenhäuser im Krankenhaus kenne ich seitdem wie meine Westentasche.
In der Nacht hatte ich dann gegen 23 Uhr einen Blasensprung und bin zurück auf mein Zimmer geschickt worden zum Schlafen. Sehr witzig. Hat nur bedingt geklappt.

Um 5 Uhr fingen die Wehen dann stärker an.
Und oh Wunder, durch die Atemtechniken konnte ich die Wehen solange unter Kontrolle halten, bis mein Mann und der Arzt da waren.

Auch hatte ich durch das Konzentrieren auf die Atmung nicht so viel Zeit über viele andere Dinge nachzudenken.

Alles ging gut und unsere zweite Tochter war um 6:30 Uhr auf der Welt.

Fazit

Ich kann nur jedem einen Geburtsvorbereitungskurs empfehlen. Und wenn man nur den Kontakt zu anderen Gleichgesinnten mitnimmt.
Auch die Angst vor dem Unbekannten beim ersten Mal nimmt er.

Aber am meisten kann ich allen die Atemübungen ans Herz legen!

Danke an alle Hebammen und Schwestern, die uns dabei unterstützen.

Ich drücke allen Schwangeren die Daumen für ein gute Geburt und viel Freude und Glück mit dem neuen Erdenbürger.

Susanne
(jetzt 55 Jahre)

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